Energiespartipps - Tipps zum richtigen Heizverhalten

Heizkörper checken

Überprüfen Sie zu Beginn der Heizperiode Ihre Heizkörper. In den Heizkörpern sollte sich keine Luft ansammeln. Gluckernde Heizkörper sind Energiefresser! Durch Luftblasen im Heizkörper kann das Wasser nicht voll zirkulieren, dadurch wird der Heizkörper ungleichmäßig oder gar nicht warm. Deshalb bei Bedarf die Heizung entlüften.

Das geht ganz einfach: Sie öffnen an jedem Heizkörper das Ventil und lassen die Luft entweichen. Stellen Sie ein Gefäß darunter, damit eventuell austretendes Wasser aufgefangen wird. Wenn das Ventil zu tropfen beginnt, ist die Luft aus dem Heizkörper entfernt, und Sie müssen das Ventil wieder schließen. Eventuell müssen Sie sich dazu einen kleinen Vierkant-Entlüfterschlüssel aus dem Fachhandel besorgen.

Heizung ausschalten kann sinnvoll sein

In der Übergangszeit lohnt es sich bereits, die Heizung für 2-3 Tage auszuschalten.

Wohnung vor Frost geschützt, ohne Kosten und Energie zu vergeuden. Die Raumtemperatur sollte aber auch dann 12 °C nicht unterschreiten.

Sobald die Außentemperatur längere Zeit über 15 °C steigt, kann die Heizung auf Sommerbetrieb umgestellt oder ganz ausgeschaltet werden.

Die richtige Raumtemperatur wählen

Jedes Grad Temperaturabsenkung spart bis zu sechs Prozent Heizkosten. Deshalb sollte die Raumtemperatur im Arbeits- und Wohnbereich nicht mehr als 18-20 °C betragen, in der Küche reichen meist 18 Grad, da Kühlschrank und Herd mitheizen, im Schlafbereich sorgen 16 °C für einen gesunden Schlaf, und im Bad verbreiten bereits 22 °C statt 24 °C ausreichend Wohlbehagen. Dadurch geht durch das Lüften nach dem Duschen oder Baden weniger Energie "verloren".

Natürlich ist die Wohlfühltemperatur eine ganz individuelle Größe – Wer sich im Winter gern ohne Pullover und warme Socken zu Hause aufhält, muss dafür tiefer in die Tasche greifen.

Temperaturabsenkung klug bedacht

In der Nacht sollte die Raumtemperatur um 2-4 Grad abgesenkt werden. In wenig genutzten Räumen bzw. wenn ein niedrigeres Temperaturniveau gewünscht wird, ist es ebenfalls sinnvoll, die Heizung zu reduzieren, wenn Folgendes beachtet wird:

Die Zimmertemperatur darf nicht unter 16 °C sinken, damit die Wände nicht auskühlen und die Gefahr von Schimmelbildung vermieden wird.

Wegen dieser Effekte sind auch die Türen zu wärmeren Bereichen geschlossen zu halten, d.h. nicht vom Wohnzimmer das Schlafzimmer mitheizen. Ansonsten dringt mit der wärmeren Luft zu viel Feuchtigkeit ein, die sich beim Abkühlen der Luft dann zum Teil als Kondensat an den kältesten Wandteilen niederschlägt.

Räume mit ausgekühlten Wänden erfordern einen deutlich erhöhten Einsatz an Heizenergie im Fall der Nutzung, wobei nicht nur eine Raumtemperatur von 20 °C über die thermische Behaglichkeit entscheidet, sondern auch die Strahlungswärme der Wände.

Grundsätzlich gilt, dass alle Räume ausreichend und vor allem möglichst kontinuierlich geheizt werden. Wiederholte kurzzeitige Heizpausen während des Tages machen keinen Sinn.

Die Heizung sollten Sie also auch bei Abwesenheit tagsüber am besten nie ganz abstellen. Ständiges Auskühlen und Wiederaufheizen ist teurer, als das Halten einer abgesenkten Durchschnittstemperatur.

Bei Räumen, die sie z.B. nur am Tag nutzen, genügt das Aufdrehen des Thermostaten 1 Std. vor Nutzungsbeginn, und das Zudrehen kann bereits 1 Std. vor der Schlafenszeit erfolgen.

An sehr kalten Tagen gilt es, die Heizpausen zu reduzieren und auf die nächtliche Heizunterbrechung auch ganz zu verzichten.

Raumlufttemperatur und Behaglichkeit als Einheit sehen

Die Temperaturen sollten nicht in allen Räumen um 1 oder 2 Grad abgesenkt werden, sondern für jeden Raum individuell entsprechend der Behaglichkeitserwartung eingestellt werden.

An kalten Tagen als behaglich empfundene Temperaturen können bei Übergang zu milder Witterung zurückgenommen werden.

Thermische Unbehaglichkeit in Wohnräumen ist mitunter auf zu kalte Nebenräume zurückzuführen. Es empfiehlt sich dann, deren Grundtemperierung anzuheben.

Bedarfsgerechte Temperaturregelung

Haben Sie Thermostate mit einstellbaren Anschlägen, dann nutzen Sie diese zur präzisen Regelung Ihrer gewünschten Normal- und Absenktemperatur.

Sie können mit zwei Punkten dafür sorgen, dass geöffnete Thermostatventile richtig arbeiten: Vermeiden Sie Kaltluft und fehlende Luftzirkulation – denn darauf reagieren die Regler falsch.

Richtig eingestellte Thermostatventile liefern automatisch die gewünschte Raumtemperatur. Ändern Sie die Einstellung (also nur) bei Bedarf, z.B. nachts in nicht genutzten Räumen, bzw. wenn Sie lüften oder wenn Sie es einfach zu warm empfinden.

Ermitteln Sie mit einem Raumthermometer, ob eine Raumtemperatur von 20 °C der Stufe drei auf dem Thermostatventil entspricht und Sie bei Stufe 4 auf 22 °C Raumtemperatur kommen. In diesem Fall können Sie in Ihrem Schlafraum das Thermostatventil auf Stufe 1 einstellen.

Damit Sie nicht an das Herunterregeln für die Nacht bzw. bei regelmäßiger Abwesenheit denken müssen, erwägen Sie vielleicht den Einsatz programmierbarer Thermostate, die auf das Ventil des Heizkörpers geschraubt werden.

Ausreichende Luftzirkulation gegen Schimmelbildung

Heizkörper müssen die Wärme frei an die Raumluft abgeben können. Deshalb dürfen sie nicht durch Verkleidungen, lange Vorhänge oder Möbel zugestellt werden. Solche Art Innenraumarchitektur ist zwar dekorativer als ein schlichter Heizkörper, sie führt aber zum Wärmestau und wird mit ca. 10 Prozent erhöhtem Heizbedarf erkauft. Wer Gardinen wünscht, sollte Vorhänge wählen, die oberhalb des Heizkörpers enden.

Auch zum Wäschetrocknen sind Heizkörper ungeeignet. Effektiver ist es, den Wäschetrockner gut zu füllen.

Große Schränke sollten nicht zu dicht an kritische Wände (wie Außenwände, Wände zum Treppenhaus o.a.) angerückt werden. Möbelstücke, besonders solche auf geschlossenem Sockel, sollten deshalb mindestens 5 cm (besser 10 cm) Abstand zur Wand haben.

Wärmeverluste selbst bekämpfen

Rollläden und Vorhänge sollten in der Nacht geschlossen werden. Es lohnt sich auch, zu prüfen, ob Sie selbst die Rollladenkästen abdichten können – auch um Schimmel zu vermeiden.

Die Wand hinter dem Heizkörper lässt sich zusätzlich dämmen (z.B. Aluminiumfolie beim nächsten Renovieren unter die Tapete setzen), besonders wenn es sich um eine Nische unter dem Fenster handelt. Dadurch lassen sich bis zu 4 Prozent Heizkosten sparen.

Ritzen und Spalten an Fenstern und Türen (das gilt auch für Steckdosen) verursachen unangenehm kalte Zugluft, und Heizenergie geht nutzlos verloren. Eine Kerze an einem windigen Tag zeigt Ihnen, wo Undichtigkeiten sind. Diese sollten Sie mit Dichtband oder Ähnlichem abdichten. Lustige Stofftiere als Türtiger eingesetzt, erfüllen auch ihren Zweck und lassen sich nach der Heizperiode bequem wegräumen.

Bei Einfachglasfenstern reduziert eine am Fensterrahmen angebrachte durchsichtige Isolierfolie die Heizkosten bis zu 10 Prozent.

Lüften sorgt für ein gesundes Raumklima

Lüften hat zwei Aufgaben:

Schenken Sie der Raum- und Wohnungslüftung daher Ihre erhöhte Aufmerksamkeit!

Besonders bei fugendichten Fenstern und intensiver Nutzung (Kochen, Wäsche trocknen, Duschen, ...) ist es notwendig geworden, öfter zu lüften als früher. Nur in unsanierten Altbauten "nehmen" Ihnen die undichten Fenster diese Aufgabe ab.

Moderne Fenster und Türen halten die Luftfeuchtigkeit im Raum. Schlägt sie sich an kühlen Wänden oder anderen Stellen (wie Kältebrücken in Zimmerecken, Fenster-Wandübergängen oder andere nicht nahtlos isolierte Bereiche) nieder, kann sich Schimmel bilden.

Als Faustregel gilt: Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss kurz gelüftet werden. Durch falsches Lüften werden die größten Wärmeverluste eines Hauses erzeugt. Lüften sie bedarfsgerecht und dennoch energiebewusst. Das gelingt am besten durch kurzes intensives Lüften, sogenanntes Stoßlüften.

Luftfeuchtigkeit lässt sich optimal einstellen

Entscheidend ist, dass die relative Luftfeuchte mit 35-65 Prozent stets innerhalb der Behaglichkeitsgrenzen liegt.

Behalten Sie die Feuchtigkeit mit einem Hygrometer im Blick, um die kritische Grenze für Kondensatbildung und Schimmelgefahr rechtzeitig zu erkennen und durch gezieltes Lüften gegenzusteuern.

Feuchte Luft wird wärmer empfunden und reduziert das Aufwirbeln lästiger Staubartikel. Pflanzen und Luftbefeuchter heben das Wohlgefühl.
Aber: Bad- und Küchendämpfe sollten Sie umgehend aus der Wohnung abführen.

Nutzen Sie beim Kochen nur soviel Wasser wie nötig, neben der überschüssigen Wassermenge vermeiden Sie zusätzlichen Wasserdampf.

Lüftungsdauer nach Witterung und Luftfeuchte im Raum ausrichten

Die Mindestzeit für das Lüften richtet sich dabei nach dem Unterschied zwischen Raum- und Außentemperatur sowie den Windverhältnissen. Lüften Sie nicht zu lange, sonst kühlen die Wände aus und es dauert länger, bis es wieder warm wird (- dann wird Energie verschwendet).

Bei Außentemperaturen im Frostbereich genügen wenige Minuten für den Luftaustausch, aber selbst bei milden Temperaturen und Windstille reichen im allgemeinen 15 Minuten Stoßlüften aus. Auch an Regentagen funktioniert die Regel, da die kalte Frischluft draußen trockener ist als die warme Raumluft.

Richtig Lüften spart Energie

So lüften Sie richtig: Vermeiden Sie Dauerlüften und damit ständige Wärmeverluste während der Heizperiode. Ständig geöffnete Kippfenster verschwenden viel Energie und verbessern die Luftqualität nicht.

Kippen Sie zum Lüften nicht das Fenster, sondern öffnen Sie das Fenster vollständig und drehen dabei die Raumthermostate zurück. Diesen Vorgang sollten Sie fest in Ihren Alltag integrieren. Kippfenster sind ideal – wenn sie im Winter geschlossen bleiben.

Permanenter Luftaustausch durch gekippte Fenster zwingt besonders die direkt darunter angebrachten Heizkörper zum Nachheizen. Die erzeugte Wärme entweicht aber durch den Sog am offenen Fensterschlitz permanent nach draußen und der Raum bleibt kalt.

Lüften Sie ausreichend und mehrmals am Tag! Das ist am effektivsten und am sparsamsten.

Morgens in der Wohnung einen kompletten Luftwechsel durchführen. Am besten Durchzug machen, ansonsten in jedem Zimmer das Fenster weit öffnen, also nicht von einem Zimmer in ein anderes, sondern nach draußen lüften.

Vormittags und nachmittags nochmals die Zimmer lüften, in denen sich Personen aufgehalten haben.

Abends einen kompletten Luftwechsel inklusive Schlafzimmer vornehmen.

Bei Abwesenheit über den Tag ist natürlich auch das Lüften tagsüber nicht möglich, aber auch nicht nötig! Hier reicht es, morgens und abends richtig zu lüften.

Lüften Sie zusätzlich bei Anfall großer Mengen Wasserdampf, z. B. durch Kochen, Baden, möglichst sofort und auf dem kürzesten Weg (bei innenliegenden Räumen ohne Fenster durch ein anderes Zimmer) nach draußen ab. Die anderen Türen geschlossen halten, damit sich der Wasserdampf nicht gleichmäßig in der gesamten Wohnung verteilt.

Wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet werden muss, weil ein Trockenraum fehlt, sollten Sie dieses Zimmer öfter lüften. Achten Sie auf geschlossene Zimmertüren und denken Sie auch an einen Extralüftungsvorgang nach dem Bügeln.

Zeitweise geöffnete Fenster nach dem Ablüften nicht "vergessen" wieder zu schließen.